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Wie beschrifte ich mein Regal richtig? Regaletiketten für kleine Lager in 3 Schritten (2026)

Regaletiketten für kleine Lager in 3 Schritten erstellen. Kostenlose Tools, Vorlagen und Tipps für Handwerk & Werkstatt. Inkl. Barcode-Guide 2026.

Aktualisiert: 28 Min. Lesezeit
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Inhaltsverzeichnis

TL;DR

Nummerierungssystem, Avery Design & Print, Laserdrucker. 30 Minuten, unter 20 Euro.

  • Format: Regal-Ebene-Fach, z.B. 01-01-01 (mit Gängen: A-01-01-01). Von unten nach oben, links nach rechts. Einmal festgelegt, nie mehr ändern.
  • Etikettenmaterial: Papier (trocken, günstig), Folie (feucht, robust), Magnet (saisonal, wiederverwendbar). Für 90 % der Betriebe reicht Papier.
  • Barcode-Regel: ein eindeutiger Code pro Lagerplatz. Barcode speichert nur eine ID, nicht den Artikelnamen.
  • Avery 70x36-R: 1200 Etiketten für ca. 20 Euro, Excel-Import, Serienbarcode. Testbogen auf Normalpapier vor dem Drucken.

Du stehst vor deinem Regal und suchst schon wieder Minuten nach den ganz bestimmten Gira Schalter? Dein Lager ist ein Chaos aus Post-its, verblassten Edding-Markierungen und provisorischen Zetteln, die beim ersten Luftzug wegfliegen?

Das Problem kennen tausende Handwerker, kleine Onlinehändler und Werkstattbetreiber: Ohne ordentliche Regaletiketten verschwendest du täglich wertvolle Zeit mit Suchen, bestellst Artikel doppelt und verlierst den Überblick über deine Bestände.

Die gute Nachricht: Professionelle Regaletiketten für kleine Lager sind weder teuer noch kompliziert. Mit der richtigen Software, passendem Material und einem durchdachten aber einfachen Nummerierungssystem bringst du Ordnung in dein Lager in nur 30 Minuten.

Ob du es Regalbeschriftung, Lagerkennzeichnung oder Lagerplatz-Beschriftung nennst: Gemeint ist immer dasselbe System aus eindeutig benannten Lagerplätzen und passenden Etiketten.

Für wen ist dieser Guide?

Dieser Guide richtet sich an kleine Lager mit festen Lagerplätzen. Die folgenden Empfehlungen resultieren aus Praxiserfahrung und haben nicht den Anspruch einen verbindlichen Standard darzustellen.

Typisches Szenario:

  • Schrauben M6 liegen immer auf Lagerplatz 01-01-01
  • Kabelklemmen immer auf Platz 02-03-04
  • Umräumen passiert 1-2x pro Jahr (oder nie)

Nicht geeignet für:

  • E-Commerce mit täglich wechselnden Artikeln oder Fulfillment-Centern mit flexiblem Lager

In diesem Guide lernst du:

  • Welches Etikettenmaterial für deinen Betrieb und die Umgebung deines Lagers passt
  • Ob du ein oder zwei Etiketten je Artikel/Lagerplatz brauchst
  • Welche 4 kostenlosen Tools du sofort nutzen kannst
  • Wie du ein eindeutiges Nummerierungssystem aufbaust
  • Wie QR-Codes und Barcodes richtig eingesetzt werden

Zeitaufwand: 30 Minuten | Kosten: Unter 20€ | Zeitersparnis: Täglich 10-30 Minuten

Los geht's.

Welches Etikettenmaterial brauche ich für mein Lager?

Meine Empfehlung für 90% der kleinen Lager: Bestell Papieretiketten von Avery. Kosten fast nichts, lassen sich mit jedem Laserdrucker bedrucken und sind für trockene Innenräume völlig okay.

Aber, nicht jedes Etikett hält überall. Daher die Entscheidungshilfe für dich:

  1. Feuchte Umgebung (Keller, Werkstatt mit Spritzwasser)?
    • Dann: Folienetiketten, weil wasserfest, reißfest, langlebig
    • Beispiel: Avery Zweckform L4773 (63,5×29,6mm, Polyester)
  2. Oft umräumen oder saisonale Artikel?
    • Dann: Magnetetiketten ohne Kleberückstände, wiederverwendbar
    • Beispiel: Magnetische Lagerkennzeichnung (100×50mm)
  3. Nur trockener Innenraum + kaum Änderungen?
    • Dann: Papieretiketten, weil günstigste Option und völlig ausreichend
    • Beispiel: Avery Zweckform 70x36-R (70×36mm, 1200 Etiketten für ~20 €, auf Amazon oftmals günstiger)

Ein oder zwei Etiketten? Was passt zu deinem Lager?

In der Praxis haben sich zwei Ansätze bewährt:

Variante 1: Nur Kombietikett (einfach, billig in der Einrichtung)

So kann ein minimalistisches Kombietikett aussehen:

Minimales Etikett für Handwerker Lagerplatz A-1-1-1

Ein Etikett enthält alle wichtigen Informationen wie z.B.:

  1. Lagerplatz: 01-01-01
  2. Artikelname: Zylinderschraube DIN 912 M6 × 40 mm
  3. Optional: Barcode/QR-Code, interne Artikelnummer, Lieferantenname, Foto, Lagereinheit, usw

Vorteile:

  1. Schnell und günstig (ein Etikett pro Platz)
  2. Übersichtlich bei wenigen Regalen
  3. Weniger Druckaufwand

Nachteil: Lagerplatz und Artikel sind auf demselben Etikett. Sortierst du ein Regal neu, ändern viele Fächer gleichzeitig ihren Inhalt und Artikel ihren Lagerplatz. Aus einem Nachdruck werden schnell zwanzig.

Zusammenfassung: Variante 1 ist billig einzurichten, teuer bei Änderungen

Variante 2: Separates Lagerplatz-Etikett + Kombietikett

Ein paar Beispiele, wie du Lagerplatz-Etiketten gestalten kannst: große Regalgang-Etiketten mit Richtungspfeil, daneben kompakte Varianten mit Barcode, QR-Code oder nur der Lagerplatz-ID.

Beispiele für Lagerplatz-Etiketten: kompakte Etiketten mit Barcode, QR-Code oder nur der ID, sowie breite Regalgang-Etiketten mit großer ID und Richtungspfeil

Zwei Etiketten nebeneinander:

  1. Separates Lagerplatz-Etikett (z.B. 100×50mm), Etikett ist optimalerweise so hoch wie es dein Regalboden zulässt.
    • Nur "01-01-01" in großer Schrift
    • Aus 3-4 Metern Entfernung lesbar
    • Für schnelle Orientierung im Regalgang
  2. Kombietikett ohne Lagerplatzangabe daneben (z.B. 70×35mm)
    • Etikett ist optimalerweise so hoch wie es dein Regalboden zulässt.
    • Artikel: Zylinderschraube DIN 912...
    • Barcode: RPL-0001
    • Mindestbestand: 100
    • Weitere Individuelle Details

Vorteile:

  • Lagerplatz aus Entfernung erkennbar (z.B. vom Werkstattwagen aus)
  • Klare Trennung: Wo ist es vs. Was ist es
  • Die Lagerplatznummer bleibt fest. Beim Ein-, Um- oder Aussortieren muss nur das Artikeletikett ausgetauscht werden.

Bei beweglichen Behältern (Sichtlagerkästen, Boxen) gehört die Lagerplatz-ID zusätzlich auf den Behälter selbst, nicht nur ans Regalfach. Stellt jemand die Box zurück ins falsche Fach, steht ihre ID sichtbar neben einer anderen am Regal: Der Fehler fällt sofort auf, statt erst bei der Inventur.

Zusammenfassung: Variante 2 etwas teurer einzurichten als Variante 1, aber billiger bei Änderungen

Entscheidungshilfe:

KriteriumNur KombietikettZwei Etiketten
HauptvorteilMinimaler Aufwand beim EinrichtenBillig beim Ändern & Umsortieren
Ändern / UmsortierenGanze Reihe neu druckenNur ein Artikel-Etikett
SuchzeitDu kennst dein Lager auswendig"Wo war 03-03-02?" → Aus 3-4m sichtbar
Häufigkeit im LagerTäglich drin, alles vertrautGelegentlich oder wechselnde Personen
RegalaufbauKompakt, überschaubarMehrere Gänge/Regalreihen
Kosten Einrichtungwenige Cent (ein Etikett)etwas mehr (zwei Etiketten)

Meine Empfehlung: Mach's gleich richtig und trenne von Anfang an. Lagerplatzkoordinate auf ein eigenes Etikett. Artikeldaten auf ein separates. Der etwas höhere Aufwand beim Einrichten zahlt sich beim ersten Ein- oder Umsortieren aus, weil du dann nur ein Etikett neu druckst statt der ganzen Reihe. Bleibt dein Lager wirklich stabil und du räumst so gut wie nie um, reicht auch das Kombietikett.

Schon mit Kombietikett gestartet?

Wenn du oder dein Team zu lange sucht und der Azubi fragt ständig „Wo ist 03-01-02?" - ist das der Moment, aufs getrennte System umzusteigen.

Wie benenne und kennzeichne ich meine Lagerplätze?

Bevor du Etiketten druckst, brauchst du ein eindeutiges System für deine Lagerplätze. weshalb wir das Thema hier kurz anreißen.

Das Regal-Ebene-Fach-System

Standard-Format: Regal - Ebene - Fach

Beispiel:

  • 01-01-01 = Regal 1, Ebene 1, Fach 1
  • 02-03-02 = Regal 2, Ebene 2, Fach 3

Nummeriere die Ebenen immer von unten nach oben und die Fächer je Ebene von links nach rechts

Wie nummeriere ich meine Regale?

SchemaBeispielWann nutzen?
Regal-Ebene-Fach (numerisch)01-01-01, 02-03-04Standard: ein Raum ohne Gänge
Gang-Regal-Ebene-Fach (Buchstabe = Gang)A-01-01-01, B-02-03-04Mehrere Gänge oder Hallen

Wichtig: Jeder Lagerplatz braucht eine EINDEUTIGE ID!

Warum?

  • Du kannst Artikel eindeutigen Lagerplätzen zuordnen
  • Hilfreich bei Kommunikation mit Kollegen (Wago-Klemme findest du auf 01-03-04)
  • Schaffst so Grundlage für deine gesamte Lagerorganisation.
  • Reichere deine Stammdaten bzw. Artikeldaten damit in deiner Lagersoftware an. Spart Suchzeiten, weil du schneller findest und weniger suchen musst.

Welche Software eignet sich für Regaletiketten?

Du brauchst keine teuren Programme. Hier sind 4 kostenlose Tools, mit denen du sofort starten kannst, dazu die Variante direkt aus der Lagersoftware:

Avery Design & Print Software für Etiketten

Tool 1: Avery Design & Print - unser Testsieger für Einsteiger ⭐⭐⭐

Warum Avery?

  • Komplett kostenlos, keine Anmeldung
  • Funktioniert direkt im Browser
  • Excel-Import mit automatischem Seriendruck
  • Perfekt abgestimmt auf Avery-Etikettenbögen
  • Mit Serienbarcodegenerierung oder Umwandlung von Daten in Code-128 Barcode

So geht's in 5 Minuten:

  1. Etikettenbögen kaufen
    • Suche auf Amazon nach: Avery Zweckform 70x36-R (70×36mm, Kostenpunkt: ~20€ für 1200 Etiketten)
  2. Excel-Liste vorbereiten
  3. Avery-Website öffnen
  4. Excel hochladen
    • "Seriendruck" wählen
    • Excel-Datei hochladen
    • Vorschau checken: Alles korrekt?
  5. Drucken
    • PDF exportieren
    • Laserdrucker (kein Tintenstrahldrucker!)
    • Erst 1 Testbogen auf normalem Papier!

Praxistipp: Testbogen auf normales Papier drucken, über Etikettenbogen halten und gegen das Licht checken. Passt alles? Dann erst alle Etiketten drucken.

Tool 2: Labeljoy Für Power-User (Windows) ⭐⭐

Warum Labeljoy?

  • Start ist erstmal kostenlos, aber mit Watermark, später kostenpflichtig
  • Automatische fortlaufende Nummerierung
  • Barcode UND QR-Code-Generator
  • CSV/Excel-Import für Massendruck

So geht's:

  1. Download: labeljoy.com → Free Version
  2. Etikettengröße wählen: "New Label" → Avery 70x36-R auswählen
  3. Fortlaufende Nummerierung einrichten oder Spalte aus Excel wählen
    • "Insert Text" → "A" eingeben
    • "Insert Counter" → Startwert: RPL-0001, Inkrement: +1
    • Ergebnis: RPL-0001, RPL-0002, RPL-0003 ... automatisch!
  4. Optional: Barcode hinzufügen
    • "Insert Barcode" → Typ: "Code 128" oder "QR Code"
    • Verknüpfung mit Counter → jedes Etikett einzigartig
  5. Drucken: Vorschau checken → Auf Etikettenbogen drucken

Tool 3: Canva Für schönere Designs ⭐

Warum Canva?

  • Kostenlose Version reicht völlig
  • Professionelle Design-Vorlagen
  • QR-Code und Barcode-Generator integriert
  • Drag-and-drop-Editor für Textfelder und Barcodes

So geht's:

  1. Template suchen
    • Canva öffnen → "Etikett" suchen → Filter "Kostenlos" + 70×35mm
  2. Anpassen
    • Text ändern: "01-01-01", "Zylinderschraube DIN 912 - M6 x 40 mm - Stahl 10.9 galv. verzinkt"
    • QR-Code oder Barcode einfügen: Apps → "QR Code" → "RPL-0001" eingeben
    • Farben anpassen (z.B. Rot für Gefahrstoffe, Blau für Bürobedarf)
  3. Export
    • Als PDF exportieren
    • Auf Avery-Bogen drucken

Nachteil: Kein automatischer Excel-Import in der Free-Version, jedes Etikett muss separat erstellt werden, was sehr zeitaufwändig ist
Vorteil: Deine Etiketten sehen aus wie vom Profi

Tool 4: repleno Etiketten-Generator Für den sofortigen Start ⭐⭐⭐

Warum der Generator?

  • Läuft im Browser, keine Installation, keine Anmeldung
  • Keine E-Mail-Adresse, kein Newsletter, kein Spam
  • CSV-Import für Massendruck, inklusive Vorlage zum Herunterladen
  • Code 128 und QR-Code
  • Zweckform 3422, Zweckform 3657, A4-Vollfläche oder dein eigenes A4-Raster
  • Deine Daten bleiben im Browser, es wird nichts hochgeladen

repleno Etiketten-Generator mit Live-Vorschau eines Regaletiketts

So geht's:

  1. Etiketten-Generator öffnen und die CSV-Vorlage herunterladen
  2. Artikel eintragen: Artikelname, Lagerplatz, optional Barcode und zwei Freifelder
  3. CSV hochladen: Spalten und Pflichtfelder werden automatisch geprüft
  4. Format wählen oder eigene Bogenmaße eintragen
  5. PDF erstellen und auf dem Etikettenbogen drucken

Nachteil: Weniger Bogenformate als Avery, und die Artikelliste stellst du bei jedem Durchlauf neu zusammen
Vorteil: Du baust dein Layout einmal, sicherst es als Datei und lädst es beim nächsten Druck wieder

Tool 5: repleno Label-Designer Wenn die Daten schon im System stehen ⭐⭐

  • Etiketten entstehen direkt aus dem Lagerbestand, kein Excel-Export
  • 68 Bogenformate inkl. Avery 70×36-R, dazu Code 128, EAN-13 und QR-Code
  • PDF-Export für jeden handelsüblichen Laserdrucker

Unterschied zum Generator oben: Der Etiketten-Generator druckt den Bogen aus einer CSV, die du jedes Mal selbst zusammenstellst. Im Label-Designer kommen Artikelname, Nummer und Lagerplatz aus den Stammdaten. Das lohnt sich, sobald du regelmäßig nachdruckst. Im Free-Tarif (25 aktive Artikel, dauerhaft kostenlos) kannst du vorher ausprobieren, ob das zu deinem Lager passt.

Welches Tool passt zu mir?

ToolBeste fürExcel-ImportQR-CodeBarcodeKostenLernkurve
Avery Design & PrintSchneller Einstieg und kostenlos✅ Ja🚫 Nein✅ Ja💰 0 €🕒 5 Min
CanvaSchnelle Designs🚫 Manuell✅ Ja✅ Ja💰 0 €🕒 10 Min
LabeljoyViele Etiketten und Professionalisierung✅ Ja (CSV)✅ Ja✅ Ja💰 0 €🕒 25 Min
repleno Etiketten-GeneratorSofort loslegen, ohne Konto✅ Ja (CSV)✅ Ja✅ Ja💰 0 €🕒 5 Min
repleno Label-DesignerDirekt aus dem Lagerbestand, ohne Liste zu bauen✅ Automatisch✅ Ja✅ Ja💰 Free-Tarif bis 25 aktive Artikel🕒 10 Min

Meine Empfehlung: Fang mit unserem Etiketten-Generator an. CSV rein, PDF raus, ohne Konto und ohne E-Mail-Adresse. Für Regalbeschriftung auf einem Standardbogen reicht das. Brauchst du ein exotisches Bogenformat oder freies Layout, leg dir für Avery Design & Print ein Konto an. Und wenn deine Artikel ohnehin schon in einer Lagersoftware stehen, spar dir das Listenbauen komplett.

Mehr zum Thema effiziente Lagerverwaltung für Handwerksbetriebe findest du in unserem ausführlichen Guide.

Was ist eine Lagerkennzeichnung?

Jeder Lagerplatz, jedes Regal und jeder Artikel bekommt eine eindeutige, lesbare ID, per Beschriftung, Etikett oder Barcode. Damit findet jeder im Team sofort den richtigen Platz, egal ob er den Lagerplan kennt oder neu ist. Die Regalbeschriftung aus diesem Guide ist die manuelle Basis dafür; Barcodes machen sie zusätzlich maschinenlesbar.

Wie richte ich ein Barcode-System für das Lager ein?

Jetzt hast du:

  1. ✅ Lagerplatz-IDs definiert (z.B. 01-01-01)
  2. ✅ Software ausgewählt (z.B. Avery, Excel, Labeljoy, Canva, usw.)

Barcodes machen aus dieser Basis ein scanbares System.

Warum Barcodes auf den Etiketten?

Barcodes machen Lagerplätze oder Artikel eindeutig identifizierbar, sodass Menschen und Software immer vom gleichen Objekt sprechen. Sie ersetzen fehleranfälliges Lesen und Abtippen durch einen schnellen Scan. In Software und Apps verknüpfst du Barcodes mit Beständen, Artikeln und Mindestmengen: Entnahmen erfasst du sofort, Nachbestellungen laufen zuverlässig.

Ohne Barcode:

  • Lagerplatz 01-01-01 in App abtippen → Tippfehler möglich
  • Bei 100 Artikeln: viel manuelle Arbeit → Zeitverschwendung

Mit Barcode:

  • Scannen via App oder Barcodescanner → automatisch richtige ID erfasst
  • Buchungen innerhalb von Sekunden

Die wichtigste Regel: Ein eindeutiger Barcode = Ein Lagerplatz!

Beispiel zweimalige Verwendung der ID FALSCH:

Barcode "RPL-0001" für 01-01-01
Barcode "RPL-0001" für 02-02-02  ❌ NICHT eindeutig! Gute Software lässt doppelte Vergaben nicht zu bzw. meldet.

Beispiel mit fortlaufenden Nummern RICHTIG:

Barcode "RPL-0001" → 01-01-01
Barcode "RPL-0002" → 01-01-01
Barcode "RPL-0003" → 01-01-02
Barcode "RPL-0004" → 02-02-02

Wichtig: Es können auch mehrere Artikel und Barcodes einem Lagerplatz zugewiesen werden. Dies ist in der Praxis der Fall, wenn Trennstege einen Behälter für Artikel mit geringem Volumen unterteilen (Aderendhülsen, usw.).

Kann ich Artikelname UND Barcode kombinieren?

JA! Das ist sogar empfohlen:

||||||||||||||||||
[Barcode RPL-0001]
Zylinderschraube DIN 912 M6 × 40 mm
01-01-01

Fertig gedruckt kann so ein Kombietikett aussehen, direkt aus dem repleno Label-Designer erzeugt, mit Produktbild, Mindest-/Höchstbestand und Lagerplatz-Code:

Fertiges Kombietikett aus dem repleno Label-Designer: HP 305 Druckerpatrone mit Produktbild, Barcode, Mindest-/Höchstbestand und Lagerplatz HAUP/R01-E02-F04

Warum beides?

  • Barcode → für schnelles scannen per App. Für Software, Bestellungen, Bestandsbuchungen und Inventur
  • Artikelname → für schnelles Finden ohne Scanner

Wichtig: Der Barcode speichert NUR eine ID (z.B. "RPL-0001"). Die ID ist in der Software mit einem Artikel verheiratet und kann darüber zugeordnet und bebucht werden. Ein Barcode speichert NICHT den Artikelnamen. Der Name ist nur visuell auf das Etikett gedruckt.

Wie plane ich mein Etikettensystem richtig?

Schritt 1: Lagerlayout analysieren

Nimm dir 10 Minuten und skizziere dein Lager, indem du die folgenden Fragen beantwortest:

  • Welche Regale sind am häufigsten frequentiert?
  • Wo brauchst du größere Etiketten (aus Entfernung sichtbar)?
  • Welche Bereiche brauchen Farbcodes (z.B. Gefahrstoffe)?

Tipp: Mach ein Foto von jedem Regal. Dann weißt du später genau, wie viele Etiketten du brauchst.

Schritt 2: Nummerierungssystem festlegen

Standard (ein Raum ohne Gänge):
Jeder Lagerplatz wird eindeutig nach Regal, Ebene, Fach beschrieben, alles numerisch. Innerhalb eines Regals wird konsequent von links nach rechts und von unten nach oben nummeriert, damit jeder Platz logisch auffindbar bleibt.

Regal - Ebene - Fach
01-01-01 (Regal 01, Ebene 01, Fach 01)
01-02-03 (Regal 01, Ebene 02, Fach 03)
02-01-05 (Regal 02, Ebene 01, Fach 05)

Mit Gängen (größere Lager, mehrere Hallen):
Reicht ein Raum nicht mehr, stellst du einen Gang als Buchstaben voran: Gang-Regal-Ebene-Fach. Der Rest bleibt gleich.

Gang - Regal - Ebene - Fach
A-01-01-01 (Gang A, Regal 01, Ebene 01, Fach 01)
A-02-02-03 (Gang A, Regal 02, Ebene 02, Fach 03)
B-01-01-05 (Gang B, Regal 01, Ebene 01, Fach 05)

Wichtig: Einmal festgelegt, NICHT mehr ändern! Sonst stimmen deine Aufzeichnungen nicht mehr.

Schritt 3: Farbcodes definieren (optional)

Farben helfen, Bereiche schnell zu unterscheiden:

FarbeBedeutungBeispiel
🔴 RotGefahrstoffeChemikalien, Reiniger
🔵 BlauBürobedarfPapier, Stifte, Ordner
🟢 GrünVersand / VerpackungKartons, Klebeband
🟡 GelbHäufig genutztSchrauben, Dübel
⚫ SchwarzWerkzeugBohrer, Akkuschrauber

Barcode Scanner für Lagerverwaltung

Welchen Drucker verwenden und wie bringe ich Etiketten richtig an?

Welcher Drucker ist am besten für Etiketten?

  1. Handelsüblicher Laserdrucker (Empfohlen):
  • ✅ Wasserfest, wischfest
  • ✅ Scharf, auch bei kleiner Schrift
  • ✅ Günstig im Unterhalt
  1. Tintenstrahldrucker (Nicht empfohlen):
  • Verwischt bei Feuchtigkeit
  • Verblasst schneller
  • Teurer durch Patronen
  1. Etikettendrucker (für Profis):
  • Brother P-Touch Cube (ca. 50€) Bluetooth, App-Steuerung
  • DYMO LabelWriter 450 (ca. 80€) Thermodruck, kein Toner nötig

Positionierung und Haftung

Wo anbringen?

  • Immer auf Augenhöhe (1,40-1,60m)
  • Bei hohen Regalen: Etiketten an der Vorderkante jedes Fachbodens
  • Verwende selbstklebende Etikettenhalter bzw. Etikettenhalterleisten. Die Etiketten sind dann schnell auswechselbar weil reversibel
  • Zusätzlich: Große Nummer an der Regalseite (aus Entfernung sichtbar)

Vor dem Kleben:

  1. Regale mit Alkohol oder Reiniger abwischen
  2. Trocknen lassen (2 Minuten)
  3. Etikett fest andrücken

Tipp: Bei rauen Oberflächen (Holz, Beton) verwende Magnetetiketten oder Klarsichthüllen mit Kabelbindern

Welche Fehler sollte ich beim Etikettendruck vermeiden?

Fehler 1: Zu kleine Schriftgröße

  • Falsch: 8pt Schrift, aus 2 Metern nicht lesbar
  • Richtig: Mindestens 18pt für Regalnummern, 12pt für Details

Fehler 2: Doppelte QR/Barcodes

  • Falsch: Code "RPL-0001" mehrfach im Lager nutzen
  • Richtig: Code "RPL-0001" nur 1x, verlinkt auf Zylinderschraube DIN 912 - M6 x 40 mm - Stahl 10.9 galv. verzinkt

Fehler 3: Schiefe Anbringung

  • Falsch: Etiketten schief geklebt, unprofessionell
  • Richtig: Regalkante als Orientierung nutzen

Fehler 4: Tintenstrahldrucker für Werkstatt

  • Falsch: Tintendruck verschmiert bei Feuchtigkeit
  • Richtig: Laserdrucker oder Folienetiketten nutzen

Fehler 5: Zu viele Farbcodes (starte ohne, wenn du es nicht brauchst)

  • Falsch: 10 verschiedene Farben, keiner blickt durch
  • Richtig: Maximal 5 Farben, klar definiert, ansonsten einfach weiß lassen!

Nachhaltige und wiederverwendbare Etikettenlösungen

Umweltfreundliche Materialien

Papieretiketten aus Recycling-Material:

  • FSC-zertifiziert (z.B. Avery Recycled-Linie)
  • Biologisch abbaubare Klebstoffe
  • Günstig und für Innenräume völlig okay

Wiederverwendbare Magnetetiketten:

  • Kein Kleber, keine Rückstände
  • Mehrfach beschriftbar (mit abwischbarem Marker)
  • Perfekt für saisonale Artikel

Abwaschbare Kunststoffetiketten:

  • Mit Folienstift beschriften
  • Mit Alkohol abwischen und neu beschriften
  • Langlebiger als Papier

Wie halte ich mein Etikettensystem langfristig effizient?

Ein gutes Etikettensystem lebt von Pflege. Daher drei Punkte, wie dir das gelingt:

1. Regelmäßige Kontrolle

  • Alle 3 Monate: Etiketten auf Lesbarkeit prüfen
  • Nach jedem Umräumen: Beschriftung aktualisieren
  • Bei Beschädigung sofort austauschen (sonst schleicht sich Chaos ein)

2. Inventurfreundliche Struktur

Nummeriere systematisch von links nach rechts, unten nach oben:

Ebene 3: R01-E03-F01   R01-E03-F02   R01-E03-F03
Ebene 2: R01-E02-F01   R01-E02-F02   R01-E02-F03
Ebene 1: R01-E01-F01   R01-E01-F02   R01-E01-F03
Ebene 0: R01-E00-F01   R01-E00-F02   R01-E00-F03 

ohne Buchstaben:

Ebene 3: 01-03-01   01-03-02   01-03-03
Ebene 2: 01-02-01   01-02-02   01-02-03
Ebene 1: 01-01-01   01-01-02   01-01-03
Ebene 0: 01-00-01   01-00-02   01-00-03

So kannst du bei der jährlichen Inventur einfach durchzählen, ohne hin- und herzuspringen.

3. Mitarbeiterschulung

Investiere 15 Minuten pro neuem Mitarbeiter:

  • Erklär das Nummerierungssystem
  • Zeig die Farbcodes
  • Demonstrier das Scannen (falls QR-Codes/Barcodes genutzt werden)

Checkliste als Aushang:

✅ Artikel entnommen? In Software/APP/Excel tracken
✅ Neuer Artikel? → Neues Etikett drucken
✅ Beschädigtes Etikett? → Sofort neu drucken

4. Dokumentation

Halte dein System schriftlich fest:

  • Welche Farbcodes bedeuten was?
  • Wie ist die Nummerierung aufgebaut?
  • Wo sind Etiketten-Rohlinge und Drucker?

Digitale Lagerverwaltung: Der nächste Schritt

Du hast jetzt ein funktionierendes Etikettensystem. Super!

Wenn dein Lager wächst (50+ Artikel), lohnt sich die Verbindung mit einer Lagerverwaltungssoftware (LVS):

  • JTL-Wawi (kostenlos für kleine Shops)
  • Lexware Lagerverwaltung (ab 20 € im Monat)
  • repleno (speziell für kleine Betriebe, automatisierte Nachbestellung: kostenlos testen)

Diese Systeme können häufig Etiketten mit Barcodes/QR-Codes automatisch generieren und Bestände in Echtzeit tracken.

Aber: Das ist ein eigenes Thema. Für den Start reicht Excel + Etiketten via Avery Webtool völlig aus.

Kostenlose Vorlagen und Tools zum Download

Du brauchst keine Designkenntnisse! Hol dir fertige Vorlagen:

Zusammenfassung: Deine Checkliste

Material besorgen: Avery 70x36-R Etiketten + handelsüblicher Laserdrucker
Software wählen: Avery Design & Print (Einsteiger), unser Etiketten-Generator (ohne Konto) oder Labeljoy (Power-User)
Nummerierungssystem: 01-01-01, mit Gängen A-01-01-01
Optional Farbcodes: Max. 5 Farben, klar definiert
QR-Codes/Barcodes: Nur bei eindeutiger Lagerplatz-ID (nicht Produktname!)
Testdruck: Erst auf Papier, dann auf Etiketten
Anbringung: Augenhöhe, saubere Oberfläche, fest andrücken
Dokumentation: Excel-Liste mit allen Lagerplätzen
Skalierung: Später spezialisierte Software einsetzen

Nächster Schritt: Leg jetzt los!

Du weißt jetzt alles, was du brauchst:

  • 1 kostenloses Tool
  • Eindeutiges Nummerierungssystem
  • Konkrete Produktempfehlung zur Anwendung
  • Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Umsetzung

Zeitaufwand: 30 Minuten für deine ersten Labels
Kosten: Unter 20€ für Etiketten.
Zeitersparnis pro Tag: 10-30 Minuten, die du nicht mehr suchen musst.

Wenn du dein Beschriftungssystem etabliert hast, ist der nächste Schritt die Gesamtorganisation deines Lagers. Lies dazu unseren umfassenden Ratgeber: Lager organisieren im Handwerk: Effiziente Lagerhaltung & digitale Tools.

Viel Erfolg!

Häufig gestellte Fragen zu Regaletiketten

Für die meisten kleinen Lager eignen sich Etiketten im Format 70×36mm (z.B. Avery 70x36-R). Sie bieten genug Platz für Regalnummer, Artikelname und optional einen QR-Code, sind aber nicht zu groß und verschwenderisch.

Christoph Kay

repleno Gründer

Christoph arbeitete fünf Jahre als Elektroniker in der Industrie und hat erlebt, wie fehlende Kleinteile Abläufe ausbremsen. Später betreute er als Projektmanager der P.S. Cooperation GmbH (Böllhoff-Gruppe) systemunterstützte C-Teile-Projekte, unter anderem bei Julabo und DMG Mori Bielefeld. Heute baut er repleno in Vollzeit, eine Lagerverwaltung, mit der kleine Betriebe Materialbedarf früh erkennen und Nachbestellungen automatisieren.

Was sagt die KI über repleno?

Ein Klick, und ChatGPT, Claude, Gemini oder Perplexity geben dir ihre Einschätzung.

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