Lagerkennzahlen-Rechner
Lagerkennzahlen zeigen, wie effizient dein Lager arbeitet. Vier Kennzahlen reichen, um zu sehen, ob Kapital gebunden wird, wie lang Material liegt, was die Lagerung kostet und wie oft Engpässe entstehen.
- Umschlagshäufigkeit = Wareneinsatz / Ø Lagerbestand
- Lagerdauer = 365 / Umschlagshäufigkeit
- Lagerkostensatz = Lagerkosten / Ø Lagerbestand × 100
- Fehlmengenquote = Engpass-Aufträge / Gesamtaufträge × 100
Wie liest du die Ergebnisse?
- Umschlagshäufigkeit unter 3 bei Standardmaterial: Kapital schläft im Lager.
- Lagerdauer über 90 Tage: Material liegt zu lang.
- Lagerkostensatz über 30%: Lagerhaltung überdurchschnittlich teuer.
- Fehlmengenquote über 5%: systemisches Nachbestellproblem.
Hinweis: Der Rechner setzt einen gleichmäßigen Jahresverbrauch voraus, bei stark schwankenden Mengen sind Quartalsdurchschnitte genauer. Rechne wenn möglich pro Materialgruppe oder A-Artikel statt für den Gesamtbetrieb, sonst maskieren Topseller die Ladenhüter. Die Richtwerte gelten für Standardmaterial, Spezialmaterial mit langer Lieferzeit hat normalerweise niedrigere Werte.
Formeln
Umschlagshäufigkeit
Wareneinsatz / Ø Lagerbestandswert
Ø Lagerdauer
365 / Umschlagshäufigkeit
Lagerkostensatz
Lagerkosten / Ø Lagerbestandswert × 100
Fehlmengenquote
Engpass-Aufträge / Gesamtaufträge × 100
Beispiel: SHK-Betrieb
- Jahreswareneinsatz48.000 €
- Ø Lagerbestandswert6.000 €
- Lagerkosten1.200 €
- Aufträge mit Engpass3
- Gesamtaufträge200
48.000 / 6.000 = 8
8 × · 46 Tage · 20 % · 1,5 %
Alle vier Lagerkennzahlen auf einmal
Häufige Fragen zu Lagerkennzahlen
Quellen und weiterführende Links
Quellen
- Tempelmeier, H. (2020): Bestandsmanagement in Supply Chains, Norderstedt: Books on Demand
- Gudehus, T. (2012): Logistik 2: Netzwerke, Systeme und Lieferketten, Springer
- Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME): Kennzahlenhandbuch Einkauf und Logistik
- Bitkom Research (2025): Digitalisierung im Handwerk 2025
Nächste Schritte
Du kennst jetzt deine Lagerkennzahlen. Der logische nächste Schritt: Meldebestände für die A-Artikel setzen, damit Material nicht ausgeht, bevor es nachbestellt wird.

